Monthly Archives: Februar 2017

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So dick war Deutschland noch nie!

Die Ergebnisse des 13. DGE-Ernährungsberichts zur Übergewichtsentwicklung vom 01. Februar 2017.

(dge) Die Zahl der Übergewichtigen nimmt in Deutschland weiterhin zu. 59 % der Männer und 37 % der Frauen sind übergewichtig. In der Altersklasse der Berufstätigen ist das Dicksein heutzutage so weit verbreitet, dass es keine Ausnahme mehr darstellt, sondern der Normalzustand ist. Männer sind besonders häufig zu dick: Am Ende ihres Berufslebens sind 74,2 % übergewichtig. Bei den Frauen im gleichen Alter sind es 56,3 %. Ein positiver Trend zeichnet sich bei Kindern, die eingeschult werden, ab: In dieser Altersgruppe stagnierte in den letzten Jahren das Auftreten von Übergewicht bzw. war sogar leicht rückläufig. Diese Zahlen veröffentlichte die DGE in ihrem 13. Ernährungsbericht, die u. a. auf Daten des Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes basieren.

„Die Gründe für die Entstehung von Übergewicht sind seit langem bekannt“, sagt Prof. Helmut Heseker, ehemaliger Präsident der DGE, der das Thema für den 13. DGE-Ernährungsbericht bearbeitete. „Viele Menschen in Deutschland essen zu viele energiereiche Lebensmittel und bewegen sich zu wenig. Preiswerte und schmackhafte Lebensmittel und Getränke mit hohem Energiegehalt sind nahezu überall verfügbar – egal ob zu Hause oder unterwegs. Und diese Faktoren machen es schwer, normalgewichtig zu bleiben.“ Die DGE betont, dass dringend Handlungsbedarf zur Überwindung dieses gesellschaftlichen Problems besteht und verdeutlicht, dass zukünftig enorme Anstrengungen erforderlich sein werden, um die Adipositasepidemie zu stoppen bzw. umzukehren.

Pfunde kommen bei den Männern früher

Laut Daten des Mikrozensus nehmen Männer mit dem Alter deutlich stärker an Gewicht zu als Frauen. Zwischen 18 und 40 Jahren sind dies im Durchschnitt knapp 11 kg. Der normalgewichtige Mann ist bereits ab einem Alter von 30 bis 35 Jahren in der Minderheit. Männer sind in allen Altersgruppen häufiger übergewichtig als Frauen. Bei Frauen vollzieht sich die Gewichtszunahme weniger stark: Erst ab 55 Jahren dominieren die Übergewichtigen.

Übergewicht bzw. Adipositas werden mit dem Body Mass Index (BMI) klassifiziert. Übergewicht dient als Überbegriff und bezeichnet Personen mit einem BMI ≥ 25, mit einem BMI ≥ 30 sind sie adipös.

Dicke werden immer dicker

Besorgniserregend ist der Anstieg von Adipositas. Von 1999 bis 2013 nahm der Anteil adipöser Männer um 40 % und der adipöser Frauen um 24,2 % zu. Übergewicht stieg im gleichen Zeitraum bei den Männern um 8,3 % und bei den Frauen um 4,5 % an.

Adipositas bei den Senioren

Auch immer mehr Ältere sind extrem dick. Insbesondere bei den über 65-Jährigen hat die Anzahl der Personen mit sehr ausgeprägter Adipositas (BMI ≥ 40) in der Zeit von 1999 bis 2013 bei den Männern um 300 % und bei den Frauen um 175 % zugenommen.

Positiv: Übergewicht bei Schulanfängern leicht rückläufig, Präventionsmaßnahmen scheinen zu greifen

In den 1990er Jahren bis 2004 nahm der Anteil übergewichtiger und adipöser Kinder in der Einschulungsphase deutlich zu. Erfreulicherweise verlangsamte sich bzw. stagnierte der Trend in den folgenden Jahren. Inzwischen konnte in nahezu allen Bundesländern eine Abnahme der Prävalenz festgestellt werden. Derzeit liegt der Anteil übergewichtiger Kinder je nach Bundesland zwischen 8,2 % und 12 %, darunter waren zwischen 2,8 % und 5,3 % adipös. Den geringsten Anteil übergewichtiger und adipöser Kinder haben Baden-Württemberg und Bayern. Laut DGE könnten vor allem die gestiegene Problemwahrnehmung und die damit einhergehenden ernährungspolitischen Maßnahmen zu dieser Entwicklung beigetragen haben. So starteten vor gut zehn Jahren auf kommunaler, regionaler und nationaler Ebene zahlreiche Initiativen im Bereich Kita- und Schulverpflegung, wie die Entwicklung und Einführung der DGE-Qualitätsstandards. Allerdings sind die Zahlen für Übergewicht im Kindes- und Jugendalter immer noch auf einem hohen Niveau und geben keinen Anlass zur Entwarnung – insbesondere vor dem Hintergrund, dass extrem übergewichtige Kinder und Jugendliche immer weiter an Gewicht zunehmen und therapeutische Programme nur begrenzt wirksam sind.

Prävention von Anfang an …

Die Ergebnisse des 13. DGE-Ernährungsberichts verdeutlichen, dass weiterhin das Ziel verfolgt werden muss, in allen Altersgruppen Übergewicht zu vermeiden. Übergewicht resultiert in erster Linie aus einer dauerhaft zu hohen Energiezufuhr und gleichzeitig zu wenig Bewegung in Beruf und Freizeit. Prävention fängt im Mutterleib an – mit dem angemessenen Körpergewicht der Schwangeren – und muss sich über alle Altersgruppen sowie gesellschaftlichen Schichten ziehen, so das Fazit der DGE.

Der volle Bericht hier:


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Krebs liebt Zucker (Fructose)

Krebszellen ernähren sich bekanntlich gerne von Zucker. Forscher fanden heraus, dass sie sich mit raffiniertem, also industriell hergestelltem Fruchtzucker jedoch viel schneller teilen und ausbreiten können als mit gewöhnlichem Haushaltszucker.

Blitzschnelle Vermehrung von Krebszellen mit Hilfe von Fructose

Wissenschaftler der Universität von Kalifornien, Los Angeles (UCLA) führten vor kurzem eine Untersuchung durch, die enthüllte, dass Krebszellen sogar eine eigene Schnittstelle für raffinierten Zucker besässen.

Die in der Fachzeitschrift Cancer Research veröffentlichte Studie zeigte ausserdem, dass – entgegen der bisherigen Annahme – nicht alle Zuckerarten für Krebszellen gleich hilfreich seien. Tumorzellen der Bauchspeicheldrüse wurden in Tests mit Fructose und mit Glucose gefüttert.

Das Team um Dr. Anthony Heaney vom Jonsson Cancer Center der UCLA (einer der Autoren der Studie) erklärte:

„Der Fructose-Stoffwechsel und der Glucose-Stoffwechsel in der Krebszelle laufen ziemlich unterschiedlich ab.“

Dabei zeigte sich, dass die Tumorzellen zwar auch mit Glucose gedeihen, aber mit Hilfe von Fructose können sich Krebszellen blitzschnell und auf eine Art und Weise reproduzieren und im menschlichen Körper ausbreiten, wie sie es mit Glucose nicht annähernd schaffen.

Keine Fructose – Kein Krebswachstum

Längst ist bekannt, dass die Bauchspeicheldrüse hart arbeiten muss, wenn reichlich Glucose im Blut erscheint. Trifft jedoch gemeinsam mit der Glucose auch noch Fructose ein, so muss die Bauchspeicheldrüse gleich nochmals so hart arbeiten.

Vielleicht ist das der Grund dafür, dass gerade Bauchspeicheldrüsenkrebs – eine der tödlichsten Krebsarten – durch Fructosekonsum in einem viel höheren Masse gefördert werden kann als durch den alleinigen Konsum von Glucose.

Krebspatienten – und zwar ganz gleich, von welcher Krebsart sie betroffen sind – sollten daher unbedingt raffinierten Fruchtzucker meiden.

Auf diese Weise wird nicht nur das Krebswachstum gehemmt, auch die Bauchspeicheldrüse sowie die Leber, die bei der Verstoffwechslung der Fructose die Hauptarbeit übernehmen muss, werden geschont.

Billiger Sirup in Getränken und Fertigprodukten besteht bis zu 90 Prozent aus Fructose

Raffinierte bzw. industriell hergestellte Fructose befindet sich hauptsächlich in Getränken (Softdrinks) und Fertiggerichten (Brot, Süssigkeiten, Fertigsossen, Suppen, Konserven und vielen anderen).

Auf dem Zutatenetikett steht oft nur Sirup, womit meistens industriell verarbeiteter Maissirup gemeint ist. Da Fructose eine höhere Süsskraft als Glucose hat, wird in der Lebensmittelindustrie der Glucosegehalt von Sirup enzymatisch reduziert und gleichzeitig der Fructosegehalt auf bis zu 90 Prozent erhöht.

So enthält man sog. HFCS-90 (High Fructose Corn Syrup = fructosereicher Maissirup). Die Folge ist, für dieselbe Süsskraft benötigt man jetzt weniger Sirupmaterial, was der Lebensmittelindustrie natürlich Kosten einsparen hilft.

Zucker ist Zucker?

In den USA gab es bereits grössere Debatten zwischen Politikern, Gesundheitsexperten und Vertretern der Lebensmittelindustrie, wobei es darum ging, ob die Amerikaner durch fructosereichen Maissirup nun dicker und kränker würden oder nicht.

Das eine oder andere zusätzliche Kilo durch Sirup- bzw. Zuckerkonsum ist wirklich kaum der Rede Wert.

Viel gravierender sind – laut der American Heart Association – all die anderen Folgen einer zuckerreichen Ernährungsweise wie Diabetes, Herzkrankheiten, Krebs und Schlaganfall.

Einige Staaten (z. B. New York und Kalifornien) hatten bereits mit einer Steuer auf gesüsste Softdrinks geliebäugelt, um damit die Behandlung von Krankheiten zu finanzieren, die ganz offensichtlich infolge zu hohen Zuckerkonsums entstanden sind.

Die amerikanische Vereinigung der Getränkehersteller (deren Mitglieder u. a. Coca-Cola und Kraft Foods sind) widersetzte sich selbstverständlich der neuen Getränkesteuer-Idee und argumentierte mit dem sinnigen Satz: Zucker ist Zucker.

Normaler Haushaltszucker weniger gefährlich als industriell verarbeitete Fructose

Dr. Heaney aber sagte, sein Team fand genau das Gegenteil heraus. Sie fütterten Bauchspeicheldrüsenkrebszellen im Labor mit Glucose und mit Fructose. Die Krebszellen assen beide Zuckerarten, doch nur mit Fruchtzucker konnten sie sich vermehren und ausbreiten.

Im Hinblick auf das Tumorwachstum besteht also ein ziemlicher Unterschied zwischen fructosereichem Maissirup und raffiniertem Haushaltszucker aus Zuckerrohr. Zucker ist eben nicht gleich Zucker.

Die Forscher hoffen nun, dass man auf bundesstaatlicher Ebene Massnahmen ergreifen möge, die zu einer Reduktion des Maissirup-Gehaltes in Fertigprodukten und Getränken führen könnten. Gleichzeitig empfehlen sie den Verbrauchern, fructosereichen Maissirup und sämtliche damit gesüssten Speisen möglichst aus ihrer Lebensmittelliste zu streichen.

Mittlerweile gibt es genügend gesunde bzw. weniger riskante Süssungsmittel, so dass eine Abkehr von sirupgesüssten Speisen nicht den geringsten Verzicht bedeuten würde. Anregungen zu gesunden Softdrinkalternativen finden Sie im Text Frühgeburten durch Diät-Softdrinks?

Quellen:


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Zucker – die unerkannte Droge

Category : Gesundheit , Krebs , Sucht , Wissen , Zucker

Damit Sie möglichst viel Zucker essen, lässt sich die Lebensmittelindustrie einiges einfallen. Lassen Sie den (Zucker-)Köder am Haken! Zucker, wie er in natürlichen Lebensmitteln in ausgewogener Menge und im Verbund mit vielen Vital- und Nährstoffen vorkommt, ist wichtig und gesund. Raffinierter Industriezucker jedoch, der nur noch vernachlässigbare Spuren von Vitalstoffen enthält, wird von der Lebensmittelindustrie mittlerweile in nahezu alle Fertigprodukte gemischt – aus nur einem Grund: um Käufer anzulocken.

Niemand will auf Zucker verzichten

Das Ergebnis ist, dass wir den Geschmack des Zuckers inzwischen so sehr lieben, dass wir es als Zumutung empfinden, wenn uns jemand vorschlägt, doch einmal ein Weilchen OHNE Zucker zu leben. Und das, obwohl die schädlichen Auswirkungen des Industriezuckers auf unsere Gesundheit hinlänglich bekannt sind.

Zucker-Junkies

Wir verhalten uns also im Grunde wie echte Junkies. Denn auch ein Süchtiger spielt seine Sucht herunter, behauptet, keineswegs süchtig zu sein, während er aber gleichzeitig nicht in der Lage ist, ohne sein Suchtmittel zu leben.

Der Lebensmittelindustrie kann unsere Sucht nach Zucker nur recht sein, da ein Süchtiger niemals aufhören wird, seiner Droge hinterher zu jagen.

Der Lebensmittelindustrie gefällt es überdies natürlich auch, wenn wir immer MEHR Zucker essen möchten, weil wir dann auch immer mehr Produkte kaufen. Natürlich belastet es die Lebensmittelindustrie so gut wie gar nicht, wenn wir dabei kugelrund und krank werden.

Kein Fett, aber Zucker

In den USA werden offenbar bereits so grosse Mengen kalorienreicher Nahrungsmittel produziert, dass jeder Amerikaner täglich 3900 Kalorien zu sich nehmen könnte – was fast dem doppelten Tagesbedarf eines normal aktiven (bzw. inaktiven) Erwachsenen entspricht.

Das Geheimnis hinter all den kalorienreichen Produkten ist nicht – wie man vielleicht denken könnte – Fett, sondern Zucker.

Ja, auf den Verpackungen prangt sogar in grossen Lettern „FETTARM“und alle Welt glaubt automatisch, ein kalorienarmes Produkt zu erwerben. Wer guckt bei einem fettarmen Produkt schon auf die Kalorienmenge? Keiner.

Und weil das Produkt so wahnsinnig fettarm ist, wird gleich doppelt so viel davon verspeist.

Auf den Gedanken, dass dort zwar kaum Fett enthalten ist, statt dessen aber eine irrsinnige Menge Zucker, kommt nur selten jemand. Die Rechnung geht auf. Nein, nicht die des Verbrauchers, sondern jene der Industrie.

Zucker als billiger Rohstoff sorgt für hohe Gewinne

Zucker oder auch Süssungsmittel auf Maisbasis sind unglaublich billig herzustellen. Auch das ist ein Grund, warum die Lebensmittelindustrie so verschwenderisch damit umgeht. Denn je mehr billige Rohstoffe verwendet werden, umso niedriger sind die Herstellungskosten und umso höher ist der Gewinn.

Mit Zucker dick in Lichtgeschwindigkeit

Von Nahrungsmitteln und Getränken, die reichlich gezuckert sind, können Sie Unmengen essen und trinken – ohne sich hinterher sonderlich satt zu fühlen. Ein Softdrink mit 1000 Kalorien ist im Nu getrunken.

Von den 1000 Kalorien merken Sie dabei nicht viel und können anschliessend ohne Probleme die nächste Mahlzeit verschlingen. Auf diese Weise nehmen Sie viel mehr Kalorien zu sich, als in Wirklichkeit nötig wäre.

Wer dick und rund werden will, schafft das auf diese Weise in Lichtgeschwindigkeit, während es mittlerweile einfacher ist, Präsident der Vereinigten Staaten zu werden, als wieder abzunehmen.

Täglich essen wir 31 Teelöffel Zucker

Im Durchschnitt essen wir jeden Tag eine Zuckermenge, die 31 Teelöffeln voll entspricht. Das sind etwa 500 zusätzliche Kalorien pro Tag. Bei einem Tagesbedarf von 2000 Kalorien verzehren wir also ein Viertel davon in Form von Zucker, der uns zwar Kalorien, aber sonst nichts weiter beschert. Keine Vitamine, keine Mineralstoffe, keine Ballaststoffe und keine sekundären Pflanzenstoffe.

Zucker hat viele Decknamen

Glücklicherweise – so könnte man denken – ist die Lebensmittelindustrie dazu verpflichtet, auf der Verpackung eines jeden Produktes die genauen Inhaltsstoffe und so auch den enthaltenen Zucker zu deklarieren.

Wenn wir also keinen Zucker wollen, genügt ein kritischer Blick aufs Etikett und schon wissen wir, welches Produkt Zucker enthält und welches nicht.

Was aber, wenn Zucker einfach andere Namen erhält? Namen, die wir gar nicht unbedingt mit Zucker in Verbindung bringen, was dazu führt, dass wir u. U. Zucker essen, ohne dass uns das bewusst ist.

Wir wissen vielleicht noch, dass sich hinter Melasse und Honig zuckerhaltige Süssungsmittel verbergen. Aber wie steht es mit Maissirup, HFCS (fruktosereichem Maissirup), Fructose, (Lesen Sie auch hierzu: Krebs liebt Fructose) Lactose, Dextrose, Glucosesirup, Amazake, Sucrose, Galactose oder Maltose?

Der Durchschnittsbürger würde nicht im Traum darauf kommen, diese wissenschaftlich klingenden Namen auch nur ansatzweise mit Zucker in Verbindung zu bringen. Und dabei handelt es sich um nichts anderes als um Zucker, genauer gesagt um blütenweissen raffinierten Industriezucker, also gerade um das, was wir eigentlich meiden wollten.

Zucker in Softdrinks: 10 Teelöffel Zucker in einer Dose Cola

Wenn wir Glück haben, steht auf dem Etikett auch die Zuckermenge. Leider steht sie dort in Gramm. Die Information, dass sich in einer Dose Cola oder Limonade 40 Gramm Zucker befinden, beunruhigt nicht automatisch jeden.

Die Zahl 40 hört sich nicht sonderlich bedrohlich an. Wie aber würde die Mehrzahl unter uns reagieren, wenn auf der Dose stünde, dass sie 10 Teelöffel Zucker enthalte?

Was würden Sie denken, wenn Sie in einem Restaurant in der Nähe eines Typen sässen, der sich in seine Tasse Kaffee zehn Löffel Zucker rührt? Sie würden denken, der Kerl ist nicht ganz bei Trost. Für die Zukunft wissen Sie jetzt also: Vier Gramm Zucker entsprechen einem Teelöffel.

Zucker im Salatdressing, der Nudelsauce und in der Wurst

Leider ist Zucker überdies nicht nur in Produkten enthalten, die man unweigerlich mit Zucker in Verbindung bringt wie Kekse, Schokolade, Kuchen, Marmelade und Doughnuts, sondern auch in Lebensmitteln, bei denen man nicht leise an Zucker denkt. Lesen Sie in jedem Fall das Etikett.

So kann bereits eine Portion Nudelsauce drei Teelöffel Zucker enthalten und Ketchup kann gleich bis zu 20 Prozent aus Zucker bestehen. Auch Salatdressings, Fertigsuppen, Dipsaucen, Essiggurken, Wurst und praktisch alle Fertiggerichte enthalten Zucker.

Zucker in fettarmen Produkten

Wenn die Industrie die erwähnten fettarmen Produkte herstellt, wie etwa fettarme Kekse oder fettarmes Salatdressing, dann fehlt mit dem Fett ein wichtiger Geschmacksträger. Also braucht man irgendeinen Ersatzstoff, der wieder etwas Geschmack in das Produkt bringt.

Und dazu eignet sich kaum etwas so gut wie die Kombination Zucker mit Salz (und/oder Geschmacksverstärker). Was nun die Kalorien angeht, so haben diese Produkte nicht viel weniger als die „fetten“Versionen.

Zucker in Brot und Chips

Zucker ist auch ein wichtiger Bestandteil von ganz normalem Brot. Ja es gibt sogar (Industrie-)Brotsorten, die zu einem Grossteil aus Zucker und Eiern bestehen.

Natürlich auch aus Weissmehl, was allerdings den Gesundheitswert des Brotes nicht sonderlich steigert. Wussten Sie zum Beispiel, dass Weizenmehl bei der Herstellung von Flugzeuglack verwendet wird, da es ganz wunderbar extreme Temperaturen aushält?

Ein weiteres zuckerreiches Produkt sind Kartoffelchips. Sie sind zwar ziemlich salzig, aber mit all dem Salz würde sie niemand essen wollen, wenn sie nicht auch grosszügig gezuckert wären.

Oder die so beliebten besonders proteinhaltigen Energieriegel. Diese Teile können bis zu 300 Kalorien besitzen und viel, ja sehr viel Zucker enthalten.

Suchtmittel Zucker

Die Frage ist eigentlich nur, warum in aller Welt essen wir so etwas überhaupt? Warum mögen wir eine Pampe aus Zucker, Mehl und Käfigeiern (Brot, Kekse, Plätzchen, Pfannkuchen, etc.)?

Warum gezuckerte Glutamat-Kartoffelmehlscheiben (Chips)? Warum ein buntes Sammelsurium aus industriell verarbeitetem Pulver (Milchpulver, Sahnepulver, Molkepulver, Eipulver etc.) und verschiedenen Zuckerarten, das man dann Kuchen, Torte, Schokosnack, Powerriegel oder wie auch immer nennt?

Am American College of Neuropsychopharmacology wurde eine Studie durchgeführt, die eine Antwort auf all diese Fragen fand: Zucker löst im Gehirn die gleichen Reaktionen wie Morphine, Kokain und Nikotin aus. Um es anders auszudrücken: Zucker ist ein Suchtmittel!

Wir essen gezuckerten Kram also nicht, weil wir all das süsse Zeug wirklich mögen, sondern, weil wir davon abhängig sind und uns daher lediglich einbilden, wir würden es mögen.

Wenn wir einen Schokoriegel kaufen, dann ist das nicht die Folge einer freien Entscheidung, sondern einer Sucht, die uns gar keine andere Wahl mehr lässt. Wir MÜSSEN kaufen – bedauerlicherweise ohne dass uns dieser innere Zwang bewusst wäre.

Zucker-Konditionierung schon im Säuglingsalter

Bei Alkohol oder Zigaretten verhält es sich ja normalerweise so, dass ein Mensch erst in einem gewissen Alter den ersten Drink nimmt oder die erste Zigarette raucht. Er entscheidet sich also ganz bewusst dafür, die eine oder andere Droge zu konsumieren und weiss gewöhnlich auch über die damit in Verbindung stehende Suchtgefahr Bescheid. Bei Zucker ist das jedoch anders.

Da Zucker leider als harmloses Lebensmittel gilt, wird es bereits kleinsten Kindern (schon in der Klinik kurz nach der Geburt in Form gesüsster Tees) eingeflösst. Wir müssen uns also nicht erst lang und breit darüber Gedanken machen, ob wir mit dem Verzehr von Zucker die Gefahr einer Zuckersucht nun eingehen möchten oder nicht.

Diese Entscheidung nahm man uns bereits, als wir noch in den Windeln lagen (zumindest in den meisten Fällen).

Gesüsste Tees, gesüsste Babynahrung, gesüsstes Gebäck und natürlich Süssigkeiten trainieren den Geschmackssinn frühzeitig auf Zucker. Bei Babys funktioniert das hervorragend. Ihr Geschmackssinn befindet sich noch in der Entwicklung.

Gibt man ihnen regelmässig Zucker, dann wird die Reizschwelle für das Süssempfinden künstlich in die Höhe geschraubt.

Die Süsse eines Apfels oder einer Mandarine reicht solchen Menschen dann nicht mehr aus. Sie brauchen zum Glücklichsein Zucker in Reinstform. Da Zuckriges ausserdem oft als Belohnung gegeben wird, sind wir innerhalb kürzester Zeit perfekt konditioniert.

Wir lieben Zucker, verteidigen ihn bis aufs Blut und hassen alle, die ihn uns madig machen wollen.

Süchtige Kunden verhelfen zu satten Gewinnen

Die Lebensmittelindustrie freut sich da natürlich. Sie weiss vermutlich ganz genau, dass Zucker süchtig und abhängig macht – und nützt diese Tatsache für sich aus.

Sie packt immer mehr Zucker in ihre Produkte, schafft immer mehr Süchtige und ausserdem immer mehr Süchtige, die immer schlimmer süchtig werden.

Während also Leute wie Sie und ich immer mehr und mehr essen, immer fetter und fetter und irgendwann auch noch krank werden, häuft die Lebensmittelindustrie – mit Hilfe unserer sauer verdienten Kohle – satte Gewinne an.

Zucker macht Kinder hyperaktiv, führt zu Lernschwäche und schlechten Noten

Natürlich werden nicht ALLE Kinder von Zucker hyperaktiv. Sollten Sie jedoch ein hyperaktives Kind in der Familie haben und streichen unauffällig jeglichen Industriezucker aus dessen Ernährung, werden sie plötzlich ein vollkommen anderes, nämlich ein ausgeglichenes Kind haben.

Zucker kann bei manchen Kindern zu kurzzeitiger quirliger, überreizter Hyperaktivität führen. Im Anschluss an diese Phase zeigen sich Konzentrations- und Lernschwächen, eine emotionale Instabilität sowie Verhaltensstörungen.

So fand der Kinderarzt Dr. Lendon Smith in Untersuchungen heraus, dass Kinder, die Zucker und/oder Weissmehlprodukte während der Schulpausen zu sich nahmen, Lernschwierigkeiten in der Schule aufwiesen.

Genauso stellte K.-D.-Müller, Pädagoge an der Universität Hannover fest, dass Kinder mit gesunder und vollwertiger Ernährung bessere Noten aufwiesen als Kinder, die sich „überwiegend von hellem Brot, kaum Frischobst und vielen Süssigkeiten“ernährten.

Zucker macht krank

Aber Zucker macht nicht nur süchtig und fett, nicht nur hyperaktiv und verhaltensgestört, er macht schlicht und ergreifend krank. Die auffälligste Wirkung von Zuckerverzehr ist sein enormer Einfluss auf den Blutzuckerspiegel, was – je nach Höhe des persönlichen Zuckerkonsums – schliesslich zu Diabetes führen kann.

Wussten Sie, dass der regelmässige Verzehr einer einzigen Dose Limonade am Tag Ihr Erkrankungsrisiko für Diabetes um 85 Prozent erhöht und Sie insgesamt zwischen 11 und 20 Jahre Ihres Lebens kosten kann? Doch damit nicht genug: Zucker steht praktisch mit allen Zivilisationskrankheiten direkt in Verbindung.

Auch mit Diabetes Typ 3, besser bekannt unter der Bezeichnung Alzheimer. Wie Zucker fast ohne Umwege die Entwicklung von Alzheimer forcieren oder sogar auslösen kann, haben wir ausführlich hier beschrieben: Zucker macht Alzheimer

Überdies stört Zucker stört eine gesunde Verdauung, fördert Pilzbefall im Darm und schwächt so das Immunsystem. Die relativ bald eintretenden Folgen sind Allergien, Vitalstoffmangel, Müdigkeit, Leistungsschwäche und depressive Verstimmungen.

Die Spätfolgen – die nicht allein vom Zucker rühren, sondern generell in einer Ernährung aus vorwiegend industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln ihre Ursache haben – sind Knochen- und Gelenkprobleme, chronische Verdauungsbeschwerden, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Autoimmunkrankheiten, Sehstörungen, Leberschwäche und viele weitere Gesundheitsprobleme mehr.

Zuckerentzug – ein Kinderspiel?

Nein, es ist leider kein Kinderspiel, sein Konsumverhalten rund um den Zucker zu verändern. Aber es lohnt sich und Sie werden unbeschreiblich stolz auf sich sein, wenn Sie es geschafft haben werden. Eine der üblichen Entzugserscheinungen wird sein, dass Sie unglaublich zickig sein werden.

Ihre Stimmung wird am Boden sein und Sie werden eine ziemlich niedrige Reizschwelle haben. Informieren Sie am besten Ihre Mitmenschen von Ihrem Vorhaben, damit sich jeder vor Ihnen in Sicherheit bringen kann.

Fressattacken vorbeugen

Proteinreiche Mahlzeiten helfen, um künftige Hungerattacken vorzubeugen. Dabei muss es sich keineswegs um tierische Proteine handeln. Quinoa beispielsweise ist ein sog. Pseudogetreide aus Südamerika. Es ist ein vollkommener Proteinlieferant und ausserdem reich an wertvollen Ballaststoffen.

Ballaststoffe helfen Ihnen wunderbar dabei, Ihren Blutzuckerspiegel konstant zu halten, so dass Fressanfälle immer seltener werden. Quinoa ist schnell und einfach zubereitet und passt zu allen Gemüse- und Salatarten. Tierische Produkte hingegen sind völlig ballaststofffrei und verzögern unter anderem deshalb die Verdauung.

Denken Sie also bei der Auswahl Ihrer Lebensmittel an folgende Regel:

„Wenn ein Produkt ein Gesicht oder eine Mutter hatte, dann sind keine Ballaststoffe in dem Produkt enthalten.“

Sobald Sie Lust auf Süsses bekommen, essen Sie lieber frische oder getrocknete Früchte, machen Sie sich Cocktails aus Früchten oder mit Datteln gesüsste Nussdrinks.

Süssstoffe? Besser nicht!

Synthetische Süssstoffe sind kein gesunder Ersatz für Zucker, da sie oft das Verlangen nach Süssem noch mehr steigern. Eine Untersuchung ergab, dass das Risiko auf Fettleibigkeit bei einem Menschen um 41 Prozent ansteigt, wenn dieser täglich eine Dose LIGHT-Limonade trinkt. Sie kämen damit also vom Regen in die Traufe.

Der Süssstoff Aspartam wird im Organismus wieder in seine Ausgangsbestandteile gespalten. Einer davon ist Methanol. Aus Methanol jedoch wird schon bei einer Temperatur von 29 Grad Celsius Formaldehyd, was als äusserst krebserregender und erbgutverändernder Stoff gilt.

Ein weiterer Süssstoff ist Sucralose. Dieser wird aus Chlor gewonnen und sollte am besten Verwendung bei der Reinigung von Schwimmbädern finden. Merken Sie sich einfach eines: Kein Mensch braucht – um gesund zu bleiben – Süssungsmittel, im Gegenteil, Süssungsmittel stören die gesunden Körperfunktionen und machen langfristig krank.

Also geben Sie Ihr Bestes, und verringern Sie Ihren Zuckerkonsum. Wenn Sie irgendwann bemerken, dass Sie an Gewicht verlieren und Ihre Stimmung sich langsam aber sicher verbessert, dann wissen Sie, dass Sie es geschafft haben. Und Sie werden es schaffen.

 

Autor: Zentrum der Gesundheit, Letzte Änderung: 12.08.2016


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4 von 5 Deutschen essen zu wenig Gemüse

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) e.V. empfiehlt den Verzehr von mindestens fünf Einheiten Gemüse und Obst pro Tag. Diese sollten sich im Idealfall in drei Einheiten Gemüse und zwei Einheiten Obst aufteilen. Aber: rund 85 Prozent der Menschen in Deutschland erreichen diese Menge nicht. Dies ergab jetzt eine repräsentative Befragung durch TNS Infratest im Auftrag des Gesundheitspräparateherstellers Dr. Wolz und dem Deutschen Institut für Sporternährung e.V.

 

Gefragt wurde danach, wie viele Portionen Obst bzw. Gemüse durchschnittlich pro Tag gegessen werden. Eine Portion entspricht dabei z.B. einem Apfel, einem kleinen Salat oder einer Gemüsebeilage zum Hauptgericht. Vier von fünf Befragten gaben in der aktuellen mit über 1.000 Personen bundesweit durchgeführten Studie an, nicht diese Empfehlung zu erreichen. Bei Obst und Gemüse insgesamt essen 78,3% weniger als die empfohlenen 5 Portionen. In Bezug auf den wichtigeren Gemüsekonsum sagte lediglich jeder fünfte Befragte, dass er täglich drei oder mehr Portionen Gemüse verzehrt. Die große Mehrheit von fast 60 Prozent kommt gerade einmal auf eine Portion pro Tag. Fast jeder Zehnte sagt sogar, dass er fast nie Gemüse isst. Nur fünf Prozent verzehren mehr als die empfohlene Mindestmenge an Gemüse.

Die Ergebnisse zeigen zudem, dass Frauen in Sachen Gemüseverzehr etwas fleißiger sind als Männer. Auffallend ist dagegen, dass ältere Menschen im durschnitt noch weniger Gemüse konsumieren. Auch ist der Gemüseverzehr vom Bildungsgrad abhängig: je geringer der Bildungsgrad, desto geringer der Gemüsekonsum.

Beim Obstkonsum sieht es etwas besser aus: allerdings folgt auch hier nur die Hälfte aller Befragten der Empfehlung, mindestens zwei Portionen Obst pro Tag zu essen. Ein nicht unerheblicher Teil von immerhin über sieben Prozent (bei den Männern fast jeder Zehnte!) gibt sogar an, fast nie Obst zu sich zu nehmen. Auch um die Vielfalt im Obst- und Gemüsekonsum ist es nicht so gut bestellt: knapp jeder Dritte isst meist dieselben Sorten, auch gerade die gesunden dunkelrote Obstsorten werden nicht so oft verzehrt. Dabei sollten möglichst viele unterschiedliche Obst- und Gemüsesorten nach dem Ampelprinzip (rot, gelb, grün) konsumiert werden, um ein breites Spektrum an unterschiedlichen Sekundären Pflanzenstoffen abzudecken.

Geringer Gemüse- und Obstkonsum erhöht Krankheitsrisiken

„Dass zu wenig Gemüse und Obst gegessen wird, ist eine Gefahr: Diese Minderversorgung kann langfristig zu gesundheitlichen Problemen wie körperlichem und geistigem Leistungsabfall, Diabetes, Übergewicht, Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen führen,“ beklagt Ernährungswissenschaftler Günter Wagner vom Deutschen Institut für Sporternährung e.V.

Der Grund, warum Obst und Gemüse so gesund ist, sind weniger die enthaltenen Vitamine oder Mineralstoffe, sondern die sogenannten Sekundären Pflanzenstoffe. Mit diesen Substanzen wappnet sich die Pflanze gegen widrige Umstände. Zum Beispiel der rote Farbstoff Lycopin, der die Tomate gegen UV-Strahlen schützt. Wagner: „Auch auf die menschliche Gesundheit haben diese sekundären Pflanzenstoffe einen positiven Effekt: viele haben eine antioxidative Wirkung, andere wirken antientzündlich oder können eine Krebsentstehung hemmen; wieder andere schützen die Blutgefäße und helfen, den normalen Cholesterinspiegel aufrecht zu erhalten.“

Ernährungslücke mit hochwertigen Konzentraten schließen

Die Forderung vieler Mediziner und Ernährungswissenschaftler, mehr Obst- und Gemüse zu verzehren, ist sinnvoll, läuft aber ins Leere. Auch der Versuch, den Gemüsekonsum nachhaltig durch den Verzehr von Gemüsesäften zu erhöhen hilft nicht. Einerseits ist der Gehalt an Sekundären Pflanzenstoffen unklar, zudem ist die Geschmacksakzeptanz von Gemüsesäften in Deutschland ausgesprochen gering. Die Gründe für den viel zu geringen Gemüsekonsum sind vielfältig: viele haben keine Zeit oder Lust, sich Obst oder Gemüse verzehrfertig zuzubereiten, anderen schmecken Fastfood oder Süßigkeiten einfach besser, wieder andere können aufgrund gesundheitlicher Probleme (Schluck- oder Verdauungsbeschwerden, Fructoseunverträglichkeit, alters- oder krankheitsbedingte Appetitlosigkeit) kein Obst und Gemüse essen.

Was kann man da tun? „Man muss den Menschen eine unkomplizierte Möglichkeit anbieten, die Ernährungslücke beim erforderlichen Obst- und Gemüsekonsum zu schließen – eine, die einfach und schnell umzusetzen ist,“ schlägt der Ernährungsmediziner und Biotechnologe Dr. Georg Wolz vor. „Diese Möglichkeiten bieten Nahrungsergänzungsmittel. Aber natürlich nur solche, die diejenigen Stoffe in standardisierter Menge und Qualität enthalten, die Obst und Gemüse so gesund machen, nämlich die sekundären Pflanzenstoffe.

 

Link zum Artikel und zur Studie:

https://www.dise.online/hintergrund/obst-und-gem%C3%BCse-umfrage/


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Burnout und Depression – Schreckgespinste der Zukunft!

Category : Gesunde Rezepte , Wissen

Burnout (Belastungsdepression) und Depression werden laut WHO in den nächsten Jahren die häufigsten Krankheiten der Industrienationen sein. Und die Fehlzeiten sind heute schon enorm. Erschreckendes Ergebnis einer aktuellen Stress – Studie der Techniker Krankenkasse: 2008 waren deutsche Arbeitnehmer allein wegen Burnout – Symptomen fast zehn Millionen Tage krank geschrieben! Umgerechnet wären das etwa 40.000 Arbeitnehmer, die ein ganzes Jahr lang ausfielen. Und die Tendenz zeigt steil nach oben. Gefährdet sind alle Menschen mit hohen inneren und äußeren Ansprüchen, Menschen aus emotional belastenden helfenden Berufen (von Altenpflegern bis zu Ärzten), sowie aus Branchen mit schnellem Arbeitstakt, allen voran die IT-Branche.

Burnout und Depression haben eines gemeinsam: in beiden Fällen sinken die Stimmungshormone Serotonin und Nordadrenalin im Gehirn deutlich ab. Das Erste sorgt für die gute Laune, das Zweite für den Antrieb. Wenn diese mentalen Rückwindhormone weniger produziert werden, steigt die gefühlte (Arbeits -) Belastung. Dadurch steigt dann auch das Stresshormon Cortisol im Blut an, welches in der Folge wiederum die Produktion der Rückenwindhormone hemmt – und der Teufelskreis beginnt. Wichtig zu wissen: Burnout und Depression sind kein Zustand, sondern ein Prozess, der sich über Monate entwickelt. Bei Frauen werden diese Krankheiten fünfmal häufiger diagnostiziert, Männer bringen sich fünfmal häufiger um. Noch hat die Krankheit einen Makel. Dabei ist Depression eine chemische Veränderung im Gehirn – und kein Versagen.

Leider werden diese Hormone im Blut der Patienten nie gemessen, selbst nicht bei so prominenten Fällen wie Sven Hannawald, Sebastian Deissler oder Robert Enke. Behandelt wird standardmäßig durch eine Kombination aus medikamentösen Stimmungsaufhellern und Psychotherapie. Das Ergebnis ist bekannt: eine wirkliche Heilung ist selten, und manche Patienten bringen sich dann trotz liebevoller Zuwendung und intensiver aber falscher Behandlung um. Viele meiner Patienten berichten beim Erstbesuch in meiner Praxis über eine jahrelange meist frustrane Gesprächstherapie, und zu keinem Zeitpunkt wurde auch nur ein Tropfen Blut abgenommen. Gesprächstherapie nach dem Motto: Ich habe zwar keine Lösung, bin aber fasziniert vom Problem.

Je differenzierter ein Patient ist, umso eher lehnt er die medikamentöse Therapie ab. Überhaupt werden diese Medikamente meiner Meinung nach viel zu voreilig verschrieben. So istderVerbrauch dieserPräparateim letzten Jahr um 30 % gestiegen. Viele meiner Patienten kommen zu mir, um von diesen Medikamenten weg zu kommen. Sie fühlen sich „wie in Watte gepackt“. Ein Leben ohne Höhen und Tiefen, nichts kommt ihnen mehr nahe – weder Trauer, noch Freude. Das Leben erscheint weniger lebenswert. Man nimmt kaum noch Anteil. Dabei gehören Höhen und Tiefen zum Leben dazu. Das Glück können wir nämlich nur dann richtig genießen, wenn wir auch die Trauer kennen.Die Nebenwirkungen der Medikamente sind enorm. Von der vergleichsweise harmlosen Mundtrockenheit über imme nse Gewichtszunahmen, Müdigkeit und Verlust der Libido hin zu Impotenz und Leberschäden. Und wenn erst einmal mehr zwei als Medikamente verordnet werden, weiß kein Arzt der Welt mehr, wie diese Inhaltsstoffe interagieren.

Richtig und wichtig wäre es, die Hormone im Blut zu messen! Prinzipiell kann das jeder Arzt, auch wenn er die Zusammenhänge nicht unbedingt kennt. Das Serotonin gehört vereinfacht ausgedrückt in den oberen, das Stresshormon Cortisol in den unteren Normbereich. Das ist schon die halbe Miete.
Nur durch diese Messung kann man frühzeitig feststellen, ob man
gefährdet ist zu erkranken, oder ob man hormonell noch im vollen Saft steht.

Falls die Produktion der aufbauenden mentalen Rückenwindhormone sinkt, kann man durch die gezielte Gabe von essentiellen gehirnaktiven Aminosäuren in Form von nebenwirkungsfreien Nahrungsergänzungen gegensteuern. So bekämpft man die Ursache der Krankheit und nicht das Symptom, wie das die chemischen Serotoninwiederaufnahmehemmer machen.

Je früher man diesen Burnout – Prozess erkennt und stoppt, desto besser. Erhöhtes Stresshormon Cortisol sollte man zusätzlich durch regelmäßige Entspannung messbar senken. Hier gibt es effektive Techniken wie Yoga oder die Meditation. Und eines sollten Sie immer bedenken: Jeder Maler, der sein Lebenswerk malt, steigt auf die Leiter um ein Stück an seinem Bild zu arbeiten. Danach steigt er wieder herunter und betrachtet das Werk als Ganzes, bevor er wieder weiter malt. Wir dagegen stehen meist auf der Leiter, ohne uns zurück zu lehnen und unser Gesamtkunstwerk Leben als Ganzes zu erfassen. Auch hier muss man in der Therapie ansetzen. Denn wenn man den ganzen Tag nur arbeitet, dann kann das kein Zeichen für Intelligenz sein!

Gastartikel von Dr. Michael Spitzbart bei
JÖRG LÖHR Ulrichsplatz 6, D 86150 Augsburg, www.joerg-loehr.com


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Nahrungsergänzungsmittel – Auf Rezept: Jetzt endlich absetzbar?

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Kosten für eine medizinische Diätkost waren bisher leider nicht als außergewöhnliche Belastungen absetzbar. Doch nun kommt neuer Wind in die Rechtsprechung rund um Nahrungsergänzung.

Ergänzung bei Stoffwechselstörung

Manche Menschen müssen wegen einer chronischen Stoffwechselstörung Vitamine und andere Mikronährstoffe zusätzlich zur Nahrung einnehmen.

Solche Nahrungsergänzungsmittel beheben den Mangelzustand aufgrund der Erkrankung – oftmals anstelle von Medikamenten und Arzneien. Im Allgemeinen werden auch diese Präparate von einem Arzt verordnet.

Bisher: Kein Abzug

Doch der Fiskus lehnte die steuerliche Anerkennung der Kosten bisher ab. Und zwar auch dann, wenn die Vitalstoffe nicht nur neben, sondern anstelle von Medikamenten zur Linderung der Krankheit benötigt werden.

Das Abzugsverbot galt selbst dann, wenn die Diät-Lebensmittel mit einer Krankheit im Zusammenhang standen, die Notwendigkeit durch ärztliche Verordnung nachgewiesen wurde und die Diätkost eine medikamentöse Behandlung ersetzte.

Wann ist der Ansatz nun möglich?

Nun hat der Bundesfinanzhof eine erfreuliche wichtige Änderung der bisherigen BFH-Rechtsprechung eingeleitet: Sind die Nahrungsergänzungsmittel wegen einer Krankheit erforderlich? Und wurden sie deshalb ärztlich verordnet? Dann stellen sie Arzneimittel i.S. des Arzneimittelgesetz da – und eben keine Lebensmittel mehr.

Folge: Sie können die Ausgaben als Krankheitskosten im Rahmen der außergewöhnlichen Belastungen absetzen. Dies gilt selbst dann, wenn sie diese während einer Diät eingenommen haben (Aktenzeichen VI R 89/13).

Wo Sie die Ausgaben eintragen

Die Kosten für Nahrungsergänzungsmittel werden als „außergewöhnliche Belastungen“ anerkannt. Tragen Sie den Gesamtbetrag aller Kosten im Mantelbogen in Zeile 67 ein.

Nahrungsergänzung ist nicht gleich Arzneimittel

Doch der Fiskus macht es einem wie immer nicht leicht. Es wird unterschieden zwischen

  • Nahrungsergänzungsmittel i.S. der Nahrungsergänzungsmittelverordnung= Lebensmittel, die im Rahmen einer Diät eingenommen werden.
  • Arzneimittel i.S. des Gesetzes, deren Medikation einer Krankheit geschuldet und deshalb ärztlich verordnet wurden.

Arzneimittel unterliegen nicht dem Abzugsverbot für Diätverpflegung. Sie sind keine Lebensmittel und zählen nicht zur Diätverpflegung, auch wenn sie während einer Diät eingenommen werden. Ausgaben dafür sind vielmehr als Krankheitskosten zu berücksichtigen, wenn ihre Einnahme einer Krankheit geschuldet und die medizinische Indikation der Medikation durch ärztliche Verordnung nachgewiesen ist. Der Umstand, dass der Betroffene wegen dieser Krankheit zugleich eine Diät halten muss, steht dem nicht entgegen.

Ein Teil ist selbst zu tragen  Krankheitskosten wirken sich erst dann aus, wenn sie die so genannte „zumutbare Eigenbelastung“ übersteigen. Dies ist ein gesetzlich zumutbarer Eigenanteil, der abhängt von Ihrem Einkommen, Familienstand und Zahl Ihrer Kinder. Erst Kosten über dieser Grenze wirken sich steuermindernd aus.

Melanie Baumiller

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Und noch eine Nachricht dazu:

Nahrungsergänzungsmittel: Bei ärztlicher Verordnung jetzt endlich absetzbar

Aufwendungen für eine medizinisch gebotene Diätkost sind aufgrund besonderer gesetzlicher Regelung leider nicht als außergewöhnliche Belastungen absetzbar. Denn „Aufwendungen, die durch Diätverpflegung entstehen, können nicht als außergewöhnliche Belastungen abgesetzt werden“ (§ 33 Abs. 2 Satz 3 EStG).

Das Abzugsverbot gilt bisher auch dann, wenn die Diät-Lebensmittel mit einer Krankheit im Zusammenhang stehen, ihre Notwendigkeit durch ärztliche Verordnung nachgewiesen wird und die Diätkost eine medikamentöse Behandlung ersetzt. Dies gilt ebenfalls, wenn die Diätmittel nicht nur neben, sondern anstelle von Medikamenten zur Linderung der Krankheit oder als Therapie eingesetzt werden.

Es gibt Menschen, die aufgrund einer chronischen Stoffwechselstörung Vitamine und andere Mikronährstoffe zusätzlich zur Nahrung einnehmen müssen. Solche Nahrungsergänzungsmittel beheben den Mangelzustand aufgrund der Erkrankung – oftmals anstelle von Medikamenten und Arzneien. Natürliche werden auch diese Präparate im Allgemeinen von einem Arzt verordnet.

Doch der Fiskus lehnt die steuerliche Anerkennung der Aufwendungen ab. Dies gilt auch dann, wenn die Vitalstoffe nicht nur neben, sondern anstelle von Medikamenten zur Linderung der Krankheit benötigt werden, und sogar auch dann, wenn die Präparate aufgrund ärztlicher Verordnung unmittelbar zur Therapie eingesetzt werden und damit Medikamentencharakter aufweisen.

Aktuell hat der Bundesfinanzhof eine erfreuliche wichtige Änderung der bisherigen BFH-Rechtsprechung eingeleitet: Falls Nahrungsergänzungsmittel wegen einer Krankheit erforderlich sind und deshalb ärztlich verordnet wurden, stellen sie Arzneimittel i.S. des § 2 Arzneimittelgesetz und keine Lebensmittel dar. Und dann sind die Aufwendungen als Krankheitskosten im Rahmen der außergewöhnlichen Belastungen gemäß § 33 EStG absetzbar, auch wenn sie während einer Diät eingenommen werden (BFH-Urteil vom 14.4.2015, VI R 89/13).

  • Zu unterscheiden ist, ob es sich bei den Präparaten um Nahrungsergänzungsmittel i.S. des § 1 der Nahrungsergänzungsmittelverordnung (NemV) und damit um Lebensmittel handelt, die im Rahmen einer Diät eingenommen werden, oder ob sie Arzneimittel i.S. des § 2 AMG sind, deren Medikation einer Krankheit geschuldet und deshalb ärztlich verordnet worden ist.
  • Die Präparate dürfen nicht allein wegen der enthaltenen Inhaltsstoffe als Nahrungsergänzungsmittel eingeordnet werden. Denn der Lebensmittelkontrolle unterliegende Nahrungsergänzungsmittel unterscheiden sich von den (regelmäßig) zulassungspflichtigen Arzneimitteln nicht durch die Inhaltsstoffe, sondern die pharmakologische Wirkung.
  • Arzneimittel unterliegen nicht dem Abzugsverbot für Diätverpflegung. Sie sind keine Lebensmittel und zählen nicht zur Diätverpflegung gemäß § 33 Abs. 2 Satz 3 EStG, auch wenn sie während einer Diät eingenommen werden. Aufwendungen dafür sind vielmehr als Krankheitskosten nach § 33 Abs. 1 EStG zu berücksichtigen, wenn ihre Einnahme einer Krankheit geschuldet und die medizinische Indikation der Medikation durch ärztliche Verordnung nachgewiesen ist. Der Umstand, dass der Betroffene wegen dieser Krankheit zugleich eine Diät halten muss, steht dem nicht entgegen.