Category Archives: Zucker

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So dick war Deutschland noch nie!

Die Ergebnisse des 13. DGE-Ernährungsberichts zur Übergewichtsentwicklung vom 01. Februar 2017.

(dge) Die Zahl der Übergewichtigen nimmt in Deutschland weiterhin zu. 59 % der Männer und 37 % der Frauen sind übergewichtig. In der Altersklasse der Berufstätigen ist das Dicksein heutzutage so weit verbreitet, dass es keine Ausnahme mehr darstellt, sondern der Normalzustand ist. Männer sind besonders häufig zu dick: Am Ende ihres Berufslebens sind 74,2 % übergewichtig. Bei den Frauen im gleichen Alter sind es 56,3 %. Ein positiver Trend zeichnet sich bei Kindern, die eingeschult werden, ab: In dieser Altersgruppe stagnierte in den letzten Jahren das Auftreten von Übergewicht bzw. war sogar leicht rückläufig. Diese Zahlen veröffentlichte die DGE in ihrem 13. Ernährungsbericht, die u. a. auf Daten des Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes basieren.

„Die Gründe für die Entstehung von Übergewicht sind seit langem bekannt“, sagt Prof. Helmut Heseker, ehemaliger Präsident der DGE, der das Thema für den 13. DGE-Ernährungsbericht bearbeitete. „Viele Menschen in Deutschland essen zu viele energiereiche Lebensmittel und bewegen sich zu wenig. Preiswerte und schmackhafte Lebensmittel und Getränke mit hohem Energiegehalt sind nahezu überall verfügbar – egal ob zu Hause oder unterwegs. Und diese Faktoren machen es schwer, normalgewichtig zu bleiben.“ Die DGE betont, dass dringend Handlungsbedarf zur Überwindung dieses gesellschaftlichen Problems besteht und verdeutlicht, dass zukünftig enorme Anstrengungen erforderlich sein werden, um die Adipositasepidemie zu stoppen bzw. umzukehren.

Pfunde kommen bei den Männern früher

Laut Daten des Mikrozensus nehmen Männer mit dem Alter deutlich stärker an Gewicht zu als Frauen. Zwischen 18 und 40 Jahren sind dies im Durchschnitt knapp 11 kg. Der normalgewichtige Mann ist bereits ab einem Alter von 30 bis 35 Jahren in der Minderheit. Männer sind in allen Altersgruppen häufiger übergewichtig als Frauen. Bei Frauen vollzieht sich die Gewichtszunahme weniger stark: Erst ab 55 Jahren dominieren die Übergewichtigen.

Übergewicht bzw. Adipositas werden mit dem Body Mass Index (BMI) klassifiziert. Übergewicht dient als Überbegriff und bezeichnet Personen mit einem BMI ≥ 25, mit einem BMI ≥ 30 sind sie adipös.

Dicke werden immer dicker

Besorgniserregend ist der Anstieg von Adipositas. Von 1999 bis 2013 nahm der Anteil adipöser Männer um 40 % und der adipöser Frauen um 24,2 % zu. Übergewicht stieg im gleichen Zeitraum bei den Männern um 8,3 % und bei den Frauen um 4,5 % an.

Adipositas bei den Senioren

Auch immer mehr Ältere sind extrem dick. Insbesondere bei den über 65-Jährigen hat die Anzahl der Personen mit sehr ausgeprägter Adipositas (BMI ≥ 40) in der Zeit von 1999 bis 2013 bei den Männern um 300 % und bei den Frauen um 175 % zugenommen.

Positiv: Übergewicht bei Schulanfängern leicht rückläufig, Präventionsmaßnahmen scheinen zu greifen

In den 1990er Jahren bis 2004 nahm der Anteil übergewichtiger und adipöser Kinder in der Einschulungsphase deutlich zu. Erfreulicherweise verlangsamte sich bzw. stagnierte der Trend in den folgenden Jahren. Inzwischen konnte in nahezu allen Bundesländern eine Abnahme der Prävalenz festgestellt werden. Derzeit liegt der Anteil übergewichtiger Kinder je nach Bundesland zwischen 8,2 % und 12 %, darunter waren zwischen 2,8 % und 5,3 % adipös. Den geringsten Anteil übergewichtiger und adipöser Kinder haben Baden-Württemberg und Bayern. Laut DGE könnten vor allem die gestiegene Problemwahrnehmung und die damit einhergehenden ernährungspolitischen Maßnahmen zu dieser Entwicklung beigetragen haben. So starteten vor gut zehn Jahren auf kommunaler, regionaler und nationaler Ebene zahlreiche Initiativen im Bereich Kita- und Schulverpflegung, wie die Entwicklung und Einführung der DGE-Qualitätsstandards. Allerdings sind die Zahlen für Übergewicht im Kindes- und Jugendalter immer noch auf einem hohen Niveau und geben keinen Anlass zur Entwarnung – insbesondere vor dem Hintergrund, dass extrem übergewichtige Kinder und Jugendliche immer weiter an Gewicht zunehmen und therapeutische Programme nur begrenzt wirksam sind.

Prävention von Anfang an …

Die Ergebnisse des 13. DGE-Ernährungsberichts verdeutlichen, dass weiterhin das Ziel verfolgt werden muss, in allen Altersgruppen Übergewicht zu vermeiden. Übergewicht resultiert in erster Linie aus einer dauerhaft zu hohen Energiezufuhr und gleichzeitig zu wenig Bewegung in Beruf und Freizeit. Prävention fängt im Mutterleib an – mit dem angemessenen Körpergewicht der Schwangeren – und muss sich über alle Altersgruppen sowie gesellschaftlichen Schichten ziehen, so das Fazit der DGE.

Der volle Bericht hier:


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Krebs liebt Zucker (Fructose)

Krebszellen ernähren sich bekanntlich gerne von Zucker. Forscher fanden heraus, dass sie sich mit raffiniertem, also industriell hergestelltem Fruchtzucker jedoch viel schneller teilen und ausbreiten können als mit gewöhnlichem Haushaltszucker.

Blitzschnelle Vermehrung von Krebszellen mit Hilfe von Fructose

Wissenschaftler der Universität von Kalifornien, Los Angeles (UCLA) führten vor kurzem eine Untersuchung durch, die enthüllte, dass Krebszellen sogar eine eigene Schnittstelle für raffinierten Zucker besässen.

Die in der Fachzeitschrift Cancer Research veröffentlichte Studie zeigte ausserdem, dass – entgegen der bisherigen Annahme – nicht alle Zuckerarten für Krebszellen gleich hilfreich seien. Tumorzellen der Bauchspeicheldrüse wurden in Tests mit Fructose und mit Glucose gefüttert.

Das Team um Dr. Anthony Heaney vom Jonsson Cancer Center der UCLA (einer der Autoren der Studie) erklärte:

„Der Fructose-Stoffwechsel und der Glucose-Stoffwechsel in der Krebszelle laufen ziemlich unterschiedlich ab.“

Dabei zeigte sich, dass die Tumorzellen zwar auch mit Glucose gedeihen, aber mit Hilfe von Fructose können sich Krebszellen blitzschnell und auf eine Art und Weise reproduzieren und im menschlichen Körper ausbreiten, wie sie es mit Glucose nicht annähernd schaffen.

Keine Fructose – Kein Krebswachstum

Längst ist bekannt, dass die Bauchspeicheldrüse hart arbeiten muss, wenn reichlich Glucose im Blut erscheint. Trifft jedoch gemeinsam mit der Glucose auch noch Fructose ein, so muss die Bauchspeicheldrüse gleich nochmals so hart arbeiten.

Vielleicht ist das der Grund dafür, dass gerade Bauchspeicheldrüsenkrebs – eine der tödlichsten Krebsarten – durch Fructosekonsum in einem viel höheren Masse gefördert werden kann als durch den alleinigen Konsum von Glucose.

Krebspatienten – und zwar ganz gleich, von welcher Krebsart sie betroffen sind – sollten daher unbedingt raffinierten Fruchtzucker meiden.

Auf diese Weise wird nicht nur das Krebswachstum gehemmt, auch die Bauchspeicheldrüse sowie die Leber, die bei der Verstoffwechslung der Fructose die Hauptarbeit übernehmen muss, werden geschont.

Billiger Sirup in Getränken und Fertigprodukten besteht bis zu 90 Prozent aus Fructose

Raffinierte bzw. industriell hergestellte Fructose befindet sich hauptsächlich in Getränken (Softdrinks) und Fertiggerichten (Brot, Süssigkeiten, Fertigsossen, Suppen, Konserven und vielen anderen).

Auf dem Zutatenetikett steht oft nur Sirup, womit meistens industriell verarbeiteter Maissirup gemeint ist. Da Fructose eine höhere Süsskraft als Glucose hat, wird in der Lebensmittelindustrie der Glucosegehalt von Sirup enzymatisch reduziert und gleichzeitig der Fructosegehalt auf bis zu 90 Prozent erhöht.

So enthält man sog. HFCS-90 (High Fructose Corn Syrup = fructosereicher Maissirup). Die Folge ist, für dieselbe Süsskraft benötigt man jetzt weniger Sirupmaterial, was der Lebensmittelindustrie natürlich Kosten einsparen hilft.

Zucker ist Zucker?

In den USA gab es bereits grössere Debatten zwischen Politikern, Gesundheitsexperten und Vertretern der Lebensmittelindustrie, wobei es darum ging, ob die Amerikaner durch fructosereichen Maissirup nun dicker und kränker würden oder nicht.

Das eine oder andere zusätzliche Kilo durch Sirup- bzw. Zuckerkonsum ist wirklich kaum der Rede Wert.

Viel gravierender sind – laut der American Heart Association – all die anderen Folgen einer zuckerreichen Ernährungsweise wie Diabetes, Herzkrankheiten, Krebs und Schlaganfall.

Einige Staaten (z. B. New York und Kalifornien) hatten bereits mit einer Steuer auf gesüsste Softdrinks geliebäugelt, um damit die Behandlung von Krankheiten zu finanzieren, die ganz offensichtlich infolge zu hohen Zuckerkonsums entstanden sind.

Die amerikanische Vereinigung der Getränkehersteller (deren Mitglieder u. a. Coca-Cola und Kraft Foods sind) widersetzte sich selbstverständlich der neuen Getränkesteuer-Idee und argumentierte mit dem sinnigen Satz: Zucker ist Zucker.

Normaler Haushaltszucker weniger gefährlich als industriell verarbeitete Fructose

Dr. Heaney aber sagte, sein Team fand genau das Gegenteil heraus. Sie fütterten Bauchspeicheldrüsenkrebszellen im Labor mit Glucose und mit Fructose. Die Krebszellen assen beide Zuckerarten, doch nur mit Fruchtzucker konnten sie sich vermehren und ausbreiten.

Im Hinblick auf das Tumorwachstum besteht also ein ziemlicher Unterschied zwischen fructosereichem Maissirup und raffiniertem Haushaltszucker aus Zuckerrohr. Zucker ist eben nicht gleich Zucker.

Die Forscher hoffen nun, dass man auf bundesstaatlicher Ebene Massnahmen ergreifen möge, die zu einer Reduktion des Maissirup-Gehaltes in Fertigprodukten und Getränken führen könnten. Gleichzeitig empfehlen sie den Verbrauchern, fructosereichen Maissirup und sämtliche damit gesüssten Speisen möglichst aus ihrer Lebensmittelliste zu streichen.

Mittlerweile gibt es genügend gesunde bzw. weniger riskante Süssungsmittel, so dass eine Abkehr von sirupgesüssten Speisen nicht den geringsten Verzicht bedeuten würde. Anregungen zu gesunden Softdrinkalternativen finden Sie im Text Frühgeburten durch Diät-Softdrinks?

Quellen:


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Zucker – die unerkannte Droge

Category : Gesundheit , Krebs , Sucht , Wissen , Zucker

Damit Sie möglichst viel Zucker essen, lässt sich die Lebensmittelindustrie einiges einfallen. Lassen Sie den (Zucker-)Köder am Haken! Zucker, wie er in natürlichen Lebensmitteln in ausgewogener Menge und im Verbund mit vielen Vital- und Nährstoffen vorkommt, ist wichtig und gesund. Raffinierter Industriezucker jedoch, der nur noch vernachlässigbare Spuren von Vitalstoffen enthält, wird von der Lebensmittelindustrie mittlerweile in nahezu alle Fertigprodukte gemischt – aus nur einem Grund: um Käufer anzulocken.

Niemand will auf Zucker verzichten

Das Ergebnis ist, dass wir den Geschmack des Zuckers inzwischen so sehr lieben, dass wir es als Zumutung empfinden, wenn uns jemand vorschlägt, doch einmal ein Weilchen OHNE Zucker zu leben. Und das, obwohl die schädlichen Auswirkungen des Industriezuckers auf unsere Gesundheit hinlänglich bekannt sind.

Zucker-Junkies

Wir verhalten uns also im Grunde wie echte Junkies. Denn auch ein Süchtiger spielt seine Sucht herunter, behauptet, keineswegs süchtig zu sein, während er aber gleichzeitig nicht in der Lage ist, ohne sein Suchtmittel zu leben.

Der Lebensmittelindustrie kann unsere Sucht nach Zucker nur recht sein, da ein Süchtiger niemals aufhören wird, seiner Droge hinterher zu jagen.

Der Lebensmittelindustrie gefällt es überdies natürlich auch, wenn wir immer MEHR Zucker essen möchten, weil wir dann auch immer mehr Produkte kaufen. Natürlich belastet es die Lebensmittelindustrie so gut wie gar nicht, wenn wir dabei kugelrund und krank werden.

Kein Fett, aber Zucker

In den USA werden offenbar bereits so grosse Mengen kalorienreicher Nahrungsmittel produziert, dass jeder Amerikaner täglich 3900 Kalorien zu sich nehmen könnte – was fast dem doppelten Tagesbedarf eines normal aktiven (bzw. inaktiven) Erwachsenen entspricht.

Das Geheimnis hinter all den kalorienreichen Produkten ist nicht – wie man vielleicht denken könnte – Fett, sondern Zucker.

Ja, auf den Verpackungen prangt sogar in grossen Lettern „FETTARM“und alle Welt glaubt automatisch, ein kalorienarmes Produkt zu erwerben. Wer guckt bei einem fettarmen Produkt schon auf die Kalorienmenge? Keiner.

Und weil das Produkt so wahnsinnig fettarm ist, wird gleich doppelt so viel davon verspeist.

Auf den Gedanken, dass dort zwar kaum Fett enthalten ist, statt dessen aber eine irrsinnige Menge Zucker, kommt nur selten jemand. Die Rechnung geht auf. Nein, nicht die des Verbrauchers, sondern jene der Industrie.

Zucker als billiger Rohstoff sorgt für hohe Gewinne

Zucker oder auch Süssungsmittel auf Maisbasis sind unglaublich billig herzustellen. Auch das ist ein Grund, warum die Lebensmittelindustrie so verschwenderisch damit umgeht. Denn je mehr billige Rohstoffe verwendet werden, umso niedriger sind die Herstellungskosten und umso höher ist der Gewinn.

Mit Zucker dick in Lichtgeschwindigkeit

Von Nahrungsmitteln und Getränken, die reichlich gezuckert sind, können Sie Unmengen essen und trinken – ohne sich hinterher sonderlich satt zu fühlen. Ein Softdrink mit 1000 Kalorien ist im Nu getrunken.

Von den 1000 Kalorien merken Sie dabei nicht viel und können anschliessend ohne Probleme die nächste Mahlzeit verschlingen. Auf diese Weise nehmen Sie viel mehr Kalorien zu sich, als in Wirklichkeit nötig wäre.

Wer dick und rund werden will, schafft das auf diese Weise in Lichtgeschwindigkeit, während es mittlerweile einfacher ist, Präsident der Vereinigten Staaten zu werden, als wieder abzunehmen.

Täglich essen wir 31 Teelöffel Zucker

Im Durchschnitt essen wir jeden Tag eine Zuckermenge, die 31 Teelöffeln voll entspricht. Das sind etwa 500 zusätzliche Kalorien pro Tag. Bei einem Tagesbedarf von 2000 Kalorien verzehren wir also ein Viertel davon in Form von Zucker, der uns zwar Kalorien, aber sonst nichts weiter beschert. Keine Vitamine, keine Mineralstoffe, keine Ballaststoffe und keine sekundären Pflanzenstoffe.

Zucker hat viele Decknamen

Glücklicherweise – so könnte man denken – ist die Lebensmittelindustrie dazu verpflichtet, auf der Verpackung eines jeden Produktes die genauen Inhaltsstoffe und so auch den enthaltenen Zucker zu deklarieren.

Wenn wir also keinen Zucker wollen, genügt ein kritischer Blick aufs Etikett und schon wissen wir, welches Produkt Zucker enthält und welches nicht.

Was aber, wenn Zucker einfach andere Namen erhält? Namen, die wir gar nicht unbedingt mit Zucker in Verbindung bringen, was dazu führt, dass wir u. U. Zucker essen, ohne dass uns das bewusst ist.

Wir wissen vielleicht noch, dass sich hinter Melasse und Honig zuckerhaltige Süssungsmittel verbergen. Aber wie steht es mit Maissirup, HFCS (fruktosereichem Maissirup), Fructose, (Lesen Sie auch hierzu: Krebs liebt Fructose) Lactose, Dextrose, Glucosesirup, Amazake, Sucrose, Galactose oder Maltose?

Der Durchschnittsbürger würde nicht im Traum darauf kommen, diese wissenschaftlich klingenden Namen auch nur ansatzweise mit Zucker in Verbindung zu bringen. Und dabei handelt es sich um nichts anderes als um Zucker, genauer gesagt um blütenweissen raffinierten Industriezucker, also gerade um das, was wir eigentlich meiden wollten.

Zucker in Softdrinks: 10 Teelöffel Zucker in einer Dose Cola

Wenn wir Glück haben, steht auf dem Etikett auch die Zuckermenge. Leider steht sie dort in Gramm. Die Information, dass sich in einer Dose Cola oder Limonade 40 Gramm Zucker befinden, beunruhigt nicht automatisch jeden.

Die Zahl 40 hört sich nicht sonderlich bedrohlich an. Wie aber würde die Mehrzahl unter uns reagieren, wenn auf der Dose stünde, dass sie 10 Teelöffel Zucker enthalte?

Was würden Sie denken, wenn Sie in einem Restaurant in der Nähe eines Typen sässen, der sich in seine Tasse Kaffee zehn Löffel Zucker rührt? Sie würden denken, der Kerl ist nicht ganz bei Trost. Für die Zukunft wissen Sie jetzt also: Vier Gramm Zucker entsprechen einem Teelöffel.

Zucker im Salatdressing, der Nudelsauce und in der Wurst

Leider ist Zucker überdies nicht nur in Produkten enthalten, die man unweigerlich mit Zucker in Verbindung bringt wie Kekse, Schokolade, Kuchen, Marmelade und Doughnuts, sondern auch in Lebensmitteln, bei denen man nicht leise an Zucker denkt. Lesen Sie in jedem Fall das Etikett.

So kann bereits eine Portion Nudelsauce drei Teelöffel Zucker enthalten und Ketchup kann gleich bis zu 20 Prozent aus Zucker bestehen. Auch Salatdressings, Fertigsuppen, Dipsaucen, Essiggurken, Wurst und praktisch alle Fertiggerichte enthalten Zucker.

Zucker in fettarmen Produkten

Wenn die Industrie die erwähnten fettarmen Produkte herstellt, wie etwa fettarme Kekse oder fettarmes Salatdressing, dann fehlt mit dem Fett ein wichtiger Geschmacksträger. Also braucht man irgendeinen Ersatzstoff, der wieder etwas Geschmack in das Produkt bringt.

Und dazu eignet sich kaum etwas so gut wie die Kombination Zucker mit Salz (und/oder Geschmacksverstärker). Was nun die Kalorien angeht, so haben diese Produkte nicht viel weniger als die „fetten“Versionen.

Zucker in Brot und Chips

Zucker ist auch ein wichtiger Bestandteil von ganz normalem Brot. Ja es gibt sogar (Industrie-)Brotsorten, die zu einem Grossteil aus Zucker und Eiern bestehen.

Natürlich auch aus Weissmehl, was allerdings den Gesundheitswert des Brotes nicht sonderlich steigert. Wussten Sie zum Beispiel, dass Weizenmehl bei der Herstellung von Flugzeuglack verwendet wird, da es ganz wunderbar extreme Temperaturen aushält?

Ein weiteres zuckerreiches Produkt sind Kartoffelchips. Sie sind zwar ziemlich salzig, aber mit all dem Salz würde sie niemand essen wollen, wenn sie nicht auch grosszügig gezuckert wären.

Oder die so beliebten besonders proteinhaltigen Energieriegel. Diese Teile können bis zu 300 Kalorien besitzen und viel, ja sehr viel Zucker enthalten.

Suchtmittel Zucker

Die Frage ist eigentlich nur, warum in aller Welt essen wir so etwas überhaupt? Warum mögen wir eine Pampe aus Zucker, Mehl und Käfigeiern (Brot, Kekse, Plätzchen, Pfannkuchen, etc.)?

Warum gezuckerte Glutamat-Kartoffelmehlscheiben (Chips)? Warum ein buntes Sammelsurium aus industriell verarbeitetem Pulver (Milchpulver, Sahnepulver, Molkepulver, Eipulver etc.) und verschiedenen Zuckerarten, das man dann Kuchen, Torte, Schokosnack, Powerriegel oder wie auch immer nennt?

Am American College of Neuropsychopharmacology wurde eine Studie durchgeführt, die eine Antwort auf all diese Fragen fand: Zucker löst im Gehirn die gleichen Reaktionen wie Morphine, Kokain und Nikotin aus. Um es anders auszudrücken: Zucker ist ein Suchtmittel!

Wir essen gezuckerten Kram also nicht, weil wir all das süsse Zeug wirklich mögen, sondern, weil wir davon abhängig sind und uns daher lediglich einbilden, wir würden es mögen.

Wenn wir einen Schokoriegel kaufen, dann ist das nicht die Folge einer freien Entscheidung, sondern einer Sucht, die uns gar keine andere Wahl mehr lässt. Wir MÜSSEN kaufen – bedauerlicherweise ohne dass uns dieser innere Zwang bewusst wäre.

Zucker-Konditionierung schon im Säuglingsalter

Bei Alkohol oder Zigaretten verhält es sich ja normalerweise so, dass ein Mensch erst in einem gewissen Alter den ersten Drink nimmt oder die erste Zigarette raucht. Er entscheidet sich also ganz bewusst dafür, die eine oder andere Droge zu konsumieren und weiss gewöhnlich auch über die damit in Verbindung stehende Suchtgefahr Bescheid. Bei Zucker ist das jedoch anders.

Da Zucker leider als harmloses Lebensmittel gilt, wird es bereits kleinsten Kindern (schon in der Klinik kurz nach der Geburt in Form gesüsster Tees) eingeflösst. Wir müssen uns also nicht erst lang und breit darüber Gedanken machen, ob wir mit dem Verzehr von Zucker die Gefahr einer Zuckersucht nun eingehen möchten oder nicht.

Diese Entscheidung nahm man uns bereits, als wir noch in den Windeln lagen (zumindest in den meisten Fällen).

Gesüsste Tees, gesüsste Babynahrung, gesüsstes Gebäck und natürlich Süssigkeiten trainieren den Geschmackssinn frühzeitig auf Zucker. Bei Babys funktioniert das hervorragend. Ihr Geschmackssinn befindet sich noch in der Entwicklung.

Gibt man ihnen regelmässig Zucker, dann wird die Reizschwelle für das Süssempfinden künstlich in die Höhe geschraubt.

Die Süsse eines Apfels oder einer Mandarine reicht solchen Menschen dann nicht mehr aus. Sie brauchen zum Glücklichsein Zucker in Reinstform. Da Zuckriges ausserdem oft als Belohnung gegeben wird, sind wir innerhalb kürzester Zeit perfekt konditioniert.

Wir lieben Zucker, verteidigen ihn bis aufs Blut und hassen alle, die ihn uns madig machen wollen.

Süchtige Kunden verhelfen zu satten Gewinnen

Die Lebensmittelindustrie freut sich da natürlich. Sie weiss vermutlich ganz genau, dass Zucker süchtig und abhängig macht – und nützt diese Tatsache für sich aus.

Sie packt immer mehr Zucker in ihre Produkte, schafft immer mehr Süchtige und ausserdem immer mehr Süchtige, die immer schlimmer süchtig werden.

Während also Leute wie Sie und ich immer mehr und mehr essen, immer fetter und fetter und irgendwann auch noch krank werden, häuft die Lebensmittelindustrie – mit Hilfe unserer sauer verdienten Kohle – satte Gewinne an.

Zucker macht Kinder hyperaktiv, führt zu Lernschwäche und schlechten Noten

Natürlich werden nicht ALLE Kinder von Zucker hyperaktiv. Sollten Sie jedoch ein hyperaktives Kind in der Familie haben und streichen unauffällig jeglichen Industriezucker aus dessen Ernährung, werden sie plötzlich ein vollkommen anderes, nämlich ein ausgeglichenes Kind haben.

Zucker kann bei manchen Kindern zu kurzzeitiger quirliger, überreizter Hyperaktivität führen. Im Anschluss an diese Phase zeigen sich Konzentrations- und Lernschwächen, eine emotionale Instabilität sowie Verhaltensstörungen.

So fand der Kinderarzt Dr. Lendon Smith in Untersuchungen heraus, dass Kinder, die Zucker und/oder Weissmehlprodukte während der Schulpausen zu sich nahmen, Lernschwierigkeiten in der Schule aufwiesen.

Genauso stellte K.-D.-Müller, Pädagoge an der Universität Hannover fest, dass Kinder mit gesunder und vollwertiger Ernährung bessere Noten aufwiesen als Kinder, die sich „überwiegend von hellem Brot, kaum Frischobst und vielen Süssigkeiten“ernährten.

Zucker macht krank

Aber Zucker macht nicht nur süchtig und fett, nicht nur hyperaktiv und verhaltensgestört, er macht schlicht und ergreifend krank. Die auffälligste Wirkung von Zuckerverzehr ist sein enormer Einfluss auf den Blutzuckerspiegel, was – je nach Höhe des persönlichen Zuckerkonsums – schliesslich zu Diabetes führen kann.

Wussten Sie, dass der regelmässige Verzehr einer einzigen Dose Limonade am Tag Ihr Erkrankungsrisiko für Diabetes um 85 Prozent erhöht und Sie insgesamt zwischen 11 und 20 Jahre Ihres Lebens kosten kann? Doch damit nicht genug: Zucker steht praktisch mit allen Zivilisationskrankheiten direkt in Verbindung.

Auch mit Diabetes Typ 3, besser bekannt unter der Bezeichnung Alzheimer. Wie Zucker fast ohne Umwege die Entwicklung von Alzheimer forcieren oder sogar auslösen kann, haben wir ausführlich hier beschrieben: Zucker macht Alzheimer

Überdies stört Zucker stört eine gesunde Verdauung, fördert Pilzbefall im Darm und schwächt so das Immunsystem. Die relativ bald eintretenden Folgen sind Allergien, Vitalstoffmangel, Müdigkeit, Leistungsschwäche und depressive Verstimmungen.

Die Spätfolgen – die nicht allein vom Zucker rühren, sondern generell in einer Ernährung aus vorwiegend industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln ihre Ursache haben – sind Knochen- und Gelenkprobleme, chronische Verdauungsbeschwerden, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Autoimmunkrankheiten, Sehstörungen, Leberschwäche und viele weitere Gesundheitsprobleme mehr.

Zuckerentzug – ein Kinderspiel?

Nein, es ist leider kein Kinderspiel, sein Konsumverhalten rund um den Zucker zu verändern. Aber es lohnt sich und Sie werden unbeschreiblich stolz auf sich sein, wenn Sie es geschafft haben werden. Eine der üblichen Entzugserscheinungen wird sein, dass Sie unglaublich zickig sein werden.

Ihre Stimmung wird am Boden sein und Sie werden eine ziemlich niedrige Reizschwelle haben. Informieren Sie am besten Ihre Mitmenschen von Ihrem Vorhaben, damit sich jeder vor Ihnen in Sicherheit bringen kann.

Fressattacken vorbeugen

Proteinreiche Mahlzeiten helfen, um künftige Hungerattacken vorzubeugen. Dabei muss es sich keineswegs um tierische Proteine handeln. Quinoa beispielsweise ist ein sog. Pseudogetreide aus Südamerika. Es ist ein vollkommener Proteinlieferant und ausserdem reich an wertvollen Ballaststoffen.

Ballaststoffe helfen Ihnen wunderbar dabei, Ihren Blutzuckerspiegel konstant zu halten, so dass Fressanfälle immer seltener werden. Quinoa ist schnell und einfach zubereitet und passt zu allen Gemüse- und Salatarten. Tierische Produkte hingegen sind völlig ballaststofffrei und verzögern unter anderem deshalb die Verdauung.

Denken Sie also bei der Auswahl Ihrer Lebensmittel an folgende Regel:

„Wenn ein Produkt ein Gesicht oder eine Mutter hatte, dann sind keine Ballaststoffe in dem Produkt enthalten.“

Sobald Sie Lust auf Süsses bekommen, essen Sie lieber frische oder getrocknete Früchte, machen Sie sich Cocktails aus Früchten oder mit Datteln gesüsste Nussdrinks.

Süssstoffe? Besser nicht!

Synthetische Süssstoffe sind kein gesunder Ersatz für Zucker, da sie oft das Verlangen nach Süssem noch mehr steigern. Eine Untersuchung ergab, dass das Risiko auf Fettleibigkeit bei einem Menschen um 41 Prozent ansteigt, wenn dieser täglich eine Dose LIGHT-Limonade trinkt. Sie kämen damit also vom Regen in die Traufe.

Der Süssstoff Aspartam wird im Organismus wieder in seine Ausgangsbestandteile gespalten. Einer davon ist Methanol. Aus Methanol jedoch wird schon bei einer Temperatur von 29 Grad Celsius Formaldehyd, was als äusserst krebserregender und erbgutverändernder Stoff gilt.

Ein weiterer Süssstoff ist Sucralose. Dieser wird aus Chlor gewonnen und sollte am besten Verwendung bei der Reinigung von Schwimmbädern finden. Merken Sie sich einfach eines: Kein Mensch braucht – um gesund zu bleiben – Süssungsmittel, im Gegenteil, Süssungsmittel stören die gesunden Körperfunktionen und machen langfristig krank.

Also geben Sie Ihr Bestes, und verringern Sie Ihren Zuckerkonsum. Wenn Sie irgendwann bemerken, dass Sie an Gewicht verlieren und Ihre Stimmung sich langsam aber sicher verbessert, dann wissen Sie, dass Sie es geschafft haben. Und Sie werden es schaffen.

 

Autor: Zentrum der Gesundheit, Letzte Änderung: 12.08.2016